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Über die
Autorin
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Sabine Marya zum SCHREIBEN: "Schreiben ist Lebensruf - Wege ins Leben"Wenn
der Drang zu schreiben so wichtig ist wie das Stillen des Bedürfnisses zu essen
und zu trinken... Wenn
Bücher einfach so zu einem kommen und geschrieben werden wollen, um im Kopf
Platz zu machen für das nächste Buch... Wenn
Schreiben bedeutet, lebendig zu sein und zu leben... Wenn
Schreiben einen großen Teil des Seins ausmacht... Dann
ist Schreiben Lebensruf! Manchmal
werde ich gefragt: „Warum dieses Buch? Und warum keinen Harry Potter?“ Meine
einfachste Antwort wäre: „Das Buch und die Worte waren auf einmal da, in mir,
ich musste es einfach schreiben.“ Natürlich
ist das keine Antwort, die wirklich viele Menschen zufrieden stellt. Es klingt
zu einfach! Man muss sich doch erst einmal hinsetzen und sich eine Buchidee
entwickeln und dann anfangen, sich das Buch zu erarbeiten. Autoren reden von
Schreibblockaden und anstrengenden Nächten, in denen sie eine Szene zur
Verzweiflung bringt, während ich aufwache, nach meinem Heft und meinem Füller
greife und zu schreiben beginne. Die Worte fließen aus mir heraus, auf Papier,
mit einer Leichtigkeit, die ich mir selber kaum erklären kann. Es ist einfach
alles da. Und so schreibe ich meine Bücher, die mich dabei vergessen lassen,
was mich selber gerade plagt und an mir nagt. Ich tauche hinein in den Text und
schreibe. Manchmal
wünsche ich mir einen Sekretär, der meine Schrift entziffern und dann alles in
den PC eingeben kann, der dann meine Korrekturen eintippt, diese schwer
leserlichen Handnotizen im ausgedruckten Manuskript, damit ich frei bin von dieser lästigen Tipparbeit, denn im
Hinterkopf wartet bereits die nächste Idee darauf, zu Papier gebracht zu werden.
Ich
schreibe, also lebe ich? Geschichten,
Gedichte, Romane, Krimis, Kinderbücher, Briefe, Erzählungen, Selbsthilfebücher,
Sachbücher, Heilungsbücher... Es
ist alles da, irgendwo... Ich muss es „nur“
noch abholen und zu Papier bringen. Und mit dem beschriebenen Papier in
der Hand dann entscheiden, ob ich dies veröffentlichen möchte oder ob es das
einzigartige Geschenk an eine einzelne Person bleibt oder ein Text, geschrieben
just for fun. Manches fertig geschriebene Manuskript wandert hinterher einfach
in meine Kiste. Vielleicht wird das eine oder andere irgendwann wieder von mir
hervor geholt mit der Überlegung, es vielleicht doch zu veröffentlichen, aber
meistens ist es nicht wirklich wichtig, für mich, für andere. Es
hat nicht diese Wichtigkeit wie jene von mir geschriebenen Bücher, von denen
ich weiß, dass es meine Pflicht ist, mich anschließend um ihre Veröffentlichung
zu kümmern. Das sind diese Bücher, die manchen Menschen Wege ins Leben
aufzeigen können. Selbsthilfe- und Heilungsbücher. Bücher, die Mut geben können oder Hoffnung auf ein Licht in der
Dunkelheit. Bücher, die ein Lichtlein sein können in der Dunkelheit oder ein Helfer
in der Isolation. Hier
habe ich etwas weiter zu geben, von meinem Wissen und von meinen beruflichen
und persönlichen Erfahrungen. Und von dem, was mir andere erzählt haben, Frauen
und Männer und Kinder. Diese Erfahrungen und dieses Wissen sind ein großer
Schatz, den ich zu teilen habe. Eine
weise Frau hat einmal zu mir gesagt: „Du hast dieses Talent mit bekommen zu
schreiben und anderen Menschen damit etwas zu geben und ihnen so zu helfen auf
ihrem Weg in ein besseres Leben! Es ist deine Pflicht, dieses Talent zu nutzen
und es einzusetzen zum Wohle anderer Menschen.“ Ihre
Worte haben mich sehr berührt. Sie haben mir einen Sinn aufgezeigt, hier auf
dieser Erde zu sein. Und einen Weg, Spuren zu hinterlassen... Ich
spüre seitdem, dass es meine Pflicht ist, diese Bücher zu veröffentlichen, und
die Briefe an mich zeigen mir immer wieder, dass es der richtige Weg war und
ist. Mein Erfolg ist es nicht, oben auf der Bestsellerliste zu stehen. Mein
Erfolg ist es, von Leserinnen und Lesern zu erfahren, dass meine Bücher ihnen
Kraft und Mut gegeben haben und ihnen Wege ins Leben aufgezeigt haben und dass
sie dankbar sind, für diese Bücher. Mein Erfolg ist es, von ihnen Briefe zu bekommen,
die mich zutiefst berühren und mich dankbar sein lassen dafür, dass dieses Buch
zu mir gekommen ist, um geschrieben und veröffentlicht zu werden. Und die mir
helfen, Abstand zu bekommen zu denen, die sich gegen Bücher wie diese stellen:
Bücher gegen sexuelle Gewalt, Bücher für Menschen mit multipler Persönlichkeit,
Bücher, die Tabuthemen aufgreifen und Partei ergreifen, für Überlebende. Immer
mal wieder denke ich: “Ich möchte als nächstes etwas ganz anderes machen!“ Doch
dann kommt wieder kein Harry Potter zu mir geflogen, sondern z.B. ein Heilungsbuch
für Menschen, die sich selber verletzen und für die Menschen, die sie
begleiten. Also wieder ein Tabuthema,
wieder ein Außenseiterbuch... Ich
nehme die Bücher an, die zu mir kommen. Offensichtlich ist es mein Weg. Und
diese Bücher zu schreiben und geschrieben und veröffentlicht zu haben ist einer
meiner Wege, selber am Leben teilzuhaben und zu leben und zu sein.
bisher
veröffentlichte Bücher:
1993 : "Wie ein Schrei in der Stille" ( Fischer
Taschenbuch- Verlag), "emotional aufwühlender Roman um einen Jungen,
der sich zunehmend in eine Psychose hineinsteigert und um seine verzweifelte
Mutter, die nicht imstande ist, ihm zu helfen." 1999: "Schmetterlingsfrauen" (Verlag Frauenoffensive):
"Das erste Selbsthilfebuch für Frauen mit multipler Persönlichkeit und
gleichzeitig eine einzigartige Dokumentation der Lebenssituation dieser
Frauen." 2001: "Wenn sich der Nebel lichtet- Frauen erleben und überleben Depression" (Verlag Frauenoffensive), Sachbuch Sommer 05: "Pflege hat viele Gesichter, ein Selbsthilfebuch für beruflich und privat Pflegende", ( autorenverlag artep). Oktober 05: "Hand in Hand" - Selbsthilfebuch für FreundInnen, PartnerInnen, unterstützende Angehörige und BegleiterInnen von Frauen mit multipler Persönlichkeit . Die Einnahmen für dieses Buch gehen an den Frauennotruf Nordfriesland. Dieses Buch wird in überarbeiteter Fassung November 09 im Donny Stieven- Verlag erscheinen.
Februar 06: "Schmetterlingsflügel - eine Sterbebegleitung", Erzählung, (Engelsdorfer Verlag) Februar 2006: "Lebenslänglich! - Überlebende von Vergewaltigung schreien auf", Anthologie, ein Gemeinschaftsprojekt von Sabine Marya (Hrsgb.) und Lina, einer Überlebenden von Vergewaltigung. Die Einnahmen für dieses Buchprojekt fließen in das "Bittere-Tränen-Projekt" im Lumen-Verlag. April 06: Das Regenbogenland- Buch, ein Kinderbuch für Innenkinder gemeinsam mit Didi Lindewald
Mai 2006: "Tote schweigen", Nordfriesland - Krimi, (LumenVerlag) der Auftakt zu einer Krimireihe mit der Kommissarin Merle Rickmers. September 06: " Rote Tränen, ein Heilungs - Buch zum Thema SVV (Engelsdorfer Verlag) Oktober 07: Jugend- Fantasy- Roman EIS - ZEIT im Lumenverlag und Ende 07 das gemeinsam mit Didi Lindewald gestaltete Buch "Lyrische Melancholie, Texte & Bilder". Februar 08: das mit Didi Lindewald gemeinsam gestaltete Buch "Lichtreiter, ein Buch für Innenjugendliche" im Engelsdorfer Verlag. Mitte September 08 erschien das mit Didi Lindewald gemeinsam gestaltete Traunerbgleit - Buch " Sternengrüße, eine Trauerreise - Trauer erleben und überwinden", mit zahlreichen Beiträgen verschiedener Autoren. Mai 09 erschien der neue Husumkrimi "Schattenmonster". Ein neues Buch aus der Nordfriesland - Krimireihe ist in Arbeit: "Lamm- Zeit"
Anfang November 09 erschien das gemeinsam mit Didi Lindewald und Sabine Marya gestaltete Buch: "Auf der Suche nach Weihnachten, eine Reise für große und kleine Menschen, die Weihnachten für sich entdecken möchten" - ein kreativer Adventskalender und ein hilfreicher Begleiter in der Advents- und Weihnachtszeit. Am 25.11.09 erschien in überarbeiteter Neuauflage mit Bildern von Didi Lindewald im AF - Verlag "Hand in Hand, ein Selbsthilfebuch für Unterstützer, Begleiter, Freunde und Partner von Menschen mit multipler Persönlichkeit" Außerdem hat die Autorin Texte in verschiedenen Zeitschriften, z.B. im "Brückenschlag" (Paranus - Verlag) und in Anthologien veröffentlicht, z.B.: September 2005 im Artep- Verlag ein Text in der Anthologie "Glück zu verschenken"; Frühjahr 06 "Denkanstösse" (Autoren- Federverlag), Sommer 07: "Mörderische Geschichten aus Nordfriesland", hin und wieder in Anthologien mit Manfred Wrobel & Sabine Fenner als Herausgeber sowie gelegentlich in Anthologien im Lumen- Verlag. Sie engagierte sich für das "Bittere Tränen- Magazin" und steuerte ab und zu Artikel bei zum "Mosaik", dem Magazin des Lumen- Verlages. Bis Mai 2010 beteiligte sie sich bei "Lit- News", dem Autorenmagazin des Autorenfeder- Verlages. Für ihr Buch "Der erste Flügelschlag - Abschied von einer Freundin" (eine Erzählung zum Thema Sterbehilfe) ist die Autorin auf Verlagssuche. Zur Zeit arbeitet Sabine Marya an keinem neuen Buch für die Öffentlichkeit, sondern legt ihren Schwerpunkt darauf, Autoren auf ihrem Weg zu begleiten, aus ihrem Rohmanuskript ein Buch zu machen. Diese Arbeit bietet sie Autoren an im Tausch gegen Außenarbeiten bei sich am Haus oder gegen Naturalien von ihrer Wunschliste. Interessierte Autoren dürfen sich gerne per mail an die Autorin wenden: sabine @ marya. de (Spamschutz, bitte abschreiben) weitere Infos zu den Büchern unter: - erscheinende Bücher - veröffentlichte Bücher
Awardverleihungen
Unsere erste LUMEN-Award-Verleihung hat stattgefunden! Dieser wird der Autorin und Herausgeberin, Sabine Marya, für Ihre Verdienste hiermit virtuell überreicht. Durch ihre Arbeit schuf sie eine Verständigung zwischen Menschen, die Missbrauch erlebt haben, betroffen sind und sich mit den Folgen auseinandersetzen. Ihre Bücher machen Mut, decken und klären auf. Sie setzt sich wohltätig für Mitautoren ein, schreibt Rezensionen und betreibt online Werbung in Foren und auf anderen wichtigen informativen Seiten. Sie trägt ihr Herz an der richtigen Stelle und scheut sich nicht vor Unanehmlichkeiten, die das Leben mit sich bringen kann, wenn man sich mit brisante Themen und Menschen auseinandersetzt - oder leider auch setzen muss. Dieser Award beinhaltet vor allem ein hohes Maß an Menschlichkeit, sich für andere einzusetzen und sich selber dabei nicht aus der eigenen Mitte zu verlieren. Möge er ein Andenken sein für jeden, der ihn hier erhält, dass jeder von uns auf seine Weise wertvoll ist und dass jeder Träger dazu beigetragen hat, dass andere Menschen wieder Hoffnung haben. Wir gratulieren Sabine Marya! Ihr Lumen Team
Awardverleihung Freundeskreis
Krebs am 8.2.06 Sehr geehrte Sabine Marya! Was ich hier zu lesen bekam, verdient meinen Respekt und meine größte Bewunderung für ihr Engagement. Aus diesen Grund bitte ich Sie, unseren Award für besondere Leistungen für Menschen, die Hilfe bedürfen, entgegenzunehmen. Dieser befindet sich im Anhang. Ein kleines Gedicht In
einem Winkel der Welt kauerte verbissen, Mit freundlichem Gruß und Dankbarkeit Wolfgang Horst http://www.freundeskreiskrebs.de
ein Einblick in meine Gedichte: Copyright (c) by Sabine Marya
Nordfriesischer Herbst
Ohne
Abschied
Kontaktanzeigen und ihre Tücken - (für einen junggebliebenen Mann)
Neulich, an einem
schönen Septembertag, so, wie ich das
Wetter hier wirklich mag, klarer Himmel und
Sonnenschein, leichter Wind und
Temperaturen so fein, dass ich auf meiner
Gartenschaukel sitzen kann, blätterte ich in der
Zeitung, just for fun. Wie schon meine
Großmutter vor vielen Jahren, vielleicht um ihr
Andenken mir zu bewahren?, ignorierte auch ich
die Todesanzeigen und ließ mich ein
auf den aktuellen Kontaktanzeigen- Reigen. „Er sucht sie“ und
„Sie sucht ihn“. Und was es zu Omas
Zeiten noch nicht gab: „Er sucht ihn“. Anspruchlose
Lektüre, die mich wundersam entspannt: Die fantastische
Frau, von allen verkannt. Der einsame Herr, im
Jammertal. Die enttäusche Frau,
mit ihrer Qual. Immer wieder
eröffnet sich wie bei Rosamunde tiefstes Leid. Doch mancher dort
trägt auch Maske und ein falsches Kleid. Der Prahle- Held,
der arme Tropf, jeder Deckel sucht
hier seinen Topf. Zu jedem könnt ich
ein Gedichtlein schreiben, um mir ein wenig die
Zeit zu vertreiben. Oder wie meine
Großmutter darüber witzeln und die lustigsten
mir ankritzeln. Doch an jenem
Septembertag auf meiner Schaukel war plötzlich
Schluss mit dem fröhlichen Gegaukel! „Gibt’s doch
nicht!“, dacht ich verdutzt. „Ein Mann, der auch
mein Schönes für sich nutzt? Ein Mann von 54
Jahren, der sich nicht
scheut vor den Gefahren, die eine Frau ab 45
mit sich bringt?“ Es war so, als ob er
zu mir winkt! Es impulste aus mir
heraus, juckte wie im Fell
die Laus: Schreib dem
junggebliebenen Mann! Und da trabte auch
schon die Sehnsucht an. Ich sah uns bereits
zu zweit am Wasser gehen Oder „Harald und
Maud“ gemeinsam sehen. Doch keine Angst,
Ihr lieben Leut’! Wir stecken nicht im
Märchen, es ist heut. Der Jüngling sucht
eine Frau aus seinem Reich. Und keine Nordische
hinterm Deich. Aus der Blick auf
ferne Eventualitäten. Stellen wir uns
wieder den Realitäten! Vertreiben wir uns
also die Tage wie gewohnt, während der Jüngling
in der Ferne thront. Die Marschvögel
rufen mich zu einer Tour auf dem Rad. Austernfischer
grüßen aus dem Watt. Wildgänse ziehen
bald nach Süden. Und ich finde mal
wieder beim Schreiben meinen Frieden. Vielleicht sollte
ich jedoch bei einem nächsten Mal, für ein Blättern
durch die Zeitung ohne Qual, mich beschränken auf
die Todesanzeigen. Das verhindert so
manchen Sehnsuchtsreigen. Schwarzumrandetes,
an Stelle von Kontaktgeschäume, garantiert: kein
Davonfliegen mehr, in rosarote Träume.
Weinen am Deich mit dem peitschenden Regen
mischen.
Pflege hat viele Gesichter - pflegende Mütter Mein Kind, mir anvertraut. Unsere Zeit miteinander - begrenzt. Unsere Möglichkeiten miteinander - begrenzt. Deine Möglichkeiten in dieser Welt - begrenzt. Schmerz, Trauer, Wut in mir. Hilflosigkeit und Ohnmacht in mir. Und doch, trotz allem, danke, dass es Dich in meinem Leben gibt!
Haiku Wie ein Hauch von Glück Spüre ich das helle Licht. Regenbogenland!
Glück Hand in Hand. Mit dir auf der Gartenbank. Sonnenlicht. Durchflutet unser Sein.
Raupe Raupe auf dem Blatt.
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Projekte & Organisationen & Vereine, die ich unterstütze:
- Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben www.dghs.de. - Pflegeselbsthilfeverband: http://www.pflege-shv.de - Wingtsun mit Stefan Schmalz in Husum:http://www.wingtsun-husum.de/
WingTsun - dazu ein Artikel über den Trainer Sifu Stefan Schmaltz: Konflikte schon im Vorfeld verhindernStefan Schmalz ist Wing-Tsun-Trainer. Einmal in der Woche gibt er in den Husumer Werkstätten einen Selbstbehauptungskurs. Durch Sprache, Gestik und Körperhaltung lernen die Schüler, Selbstbewusstsein auszustrahlen. Einer von ihnen ist der blinde Tobias. Husum/pri * Ein wenig fühlt man sich an Zatoichi erinnert, wenn Tobias Dose mit seinem Wing-Tsun-Lehrer Stefan Schmalz trainiert. Denn genau wie der Filmheld aus Japan ist Tobias blind. *Neben einer beruflichen Qualifikation ist uns auch die Förderung der Gesamtpersönlichkeit sehr wichtig“, erläutert Dagny Lohr, die Tobias’ Maßnahme in den Husumer Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfB) begleitet. *Eigentlich bieten wir keine Selbstverteidigungskurse an, aber in Tobias’ Fall haben wir eine Ausnahme gemacht.“ Und das hat seinen Grund: Tobias hat manchmal Probleme mit rüden Mitmenschen. Verständlicherweise hat er keine große Lust davon zu erzählen, denn niemand berichtet gerne von der eigenen Hilflosigkeit. *Solche Typen suchen Opfer, keine Gegner“, meint Stefan Schmaltz zu den Übergriffen und erläutert die Ausrichtung seines Unterrichts. Einmal pro Woche gibt er in den Husumer Werkstätten einen Selbstbehauptungskurs. Hier erlernen die Teilnehmer durch Sprache, Gestik und Körperhaltung, Selbstbewusstsein auszustrahlen. Richtig eingesetzt, können Konflikte so bereits im Vorfeld verhindert werden. Doch an Selbstbewusstsein mangelt es Tobias Dose nicht. Auch weiß er, dass man körperlichen Auseinandersetzungen am besten aus dem Weg geht. Aber als Blinder ist er in beiden Punkten klar im Nachteil. Wer sich in stockdunkler Nacht an seiner Bettkante bereits den einen oder anderen blauen Fleck geholt hat, der weiß, dass majestätisches Ausschreiten unter solchen Umständen meist zu weiteren Blessuren führt. Auch das Sprichwort *Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ lässt sich ohne Augenlicht schlecht umsetzen. *Im Wesentlichen geht es darum, Tobias ein besseres Körpergefühl zu vermitteln, und da ist Wing Tsun ideal. Denn wesentliche Elemente dieses Kung-Fu-Stils sind Standfestigkeit und Balance. Durch seine Behinderung ist Tobias recht steif, da hat es ein Angreifer leicht, ihn umzureißen“, umschreibt Stefan Schmalz das Problem. *Die praktischen Übungen, Tricks und Kniffe sollen ihm lediglich ein Gefühl dafür vermitteln, dass er auch als Blinder nicht völlig hilflos ist. Mehr ist in den zehn geplanten Unterrichtseinheiten auch nicht zu schaffen“. Tobias, der sich in den Werkstätten sehr wohl fühlt und mit seiner Umgebung gut zurecht kommt, würde sich freuen, in Zukunft eines der vielen anderen Angebote wahrnehmen zu können. *Ich würde gerne schwimmen“, gesteht er.
Autorengruppe CoLibri – ein literarischer Vogel
breitet seine Schwingen aus Jeden 1. Samstag im Monat trifft sich um 19 Uhr eine ganz besondere Gruppe im Domcafé in Schleswig, Schleswig - Holstein: CoLibri, eine Gemeinschaft von Autoren. „CoLibri wurde als Autorentreff Schleswig von der damals in
Schleswig lebenden Autorin Marion Kath ins Leben gerufen.“ erzählt der
erste Vorsitzende dieser Gemeinschaft, Manfred Augustin. „Marion
hatte über einen Zuschuss-Verlag ein Buch mit Lyrik und Kurzgeschichten
von sich veröffentlicht und musste feststellen, dass ihr der Verlag nicht
weiter half. Daraufhin suchte sie durch eine Kleinanzeige im September 2000
Kontakt zu anderen Autoren und Literatur-Interessierten. Nach wenigen Treffen
an anderen Orten hatte sich dann schon bald der erste Samstag im Monat im
Domcafé in Schleswig etabliert. Die erste öffentliche Lesung des Autorentreffs
Schleswig fand in der Flensburger Stadtbücherei am 14. September 2001 statt.
Damals überlegten wir, ob wir die Lesung wegen des 11. September noch
kurzfristig absagen sollten, lasen aber dann doch. Schon bei dieser ersten
Lesung kam unser Konzept zum Einsatz, zwischen den Autoren kurze Musikstücke
zur Auflockerung zu spielen.“ Seit 2000 besteht nun dieser lockere Zusammenschluss von Autoren, die vor allem aus dem nördlichen Schleswig- Holstein kommen. Eine Gruppe, die sich aneinander reibt, gemeinsam Lesungen organisiert und zusammen an Texten der einzelnen Autoren arbeitet. Erfahrungsaustausch, Tipps, Anregungen, ernsthaftes Arbeiten an eigenen Texten und „abschnacken“ oder „schwätzen“ über den Literaturbetrieb in geselliger Runde gehören genau so dazu wie in den Jahren seit der Gründung das Zusammenwachsen zu einer Gemeinschaft, die weiterhin offen ist für schreibende Menschen, sowohl für arrivierte Autoren als auch für Schreibneulinge. Manfred Augustin
ist einer der „alten Hasen“ aus der Autorengruppe wie die anderen beiden
Vorsitzenden - Dr. Rolf Kamradek und Hans Max Werner - auch. So kann er auch
leicht die Frage nach der Herkunft des Namens für diese Autorengemeinschaft
beantworten: „Der Name CoLibri entstand, als wir einen griffigeren Namen mit
Identifikationswert für die Gruppe suchten. Dabei stießen wir auf die Idee,
dass co = miteinander und libri = Bücher zusammen CoLibri ergibt = zusammen
Bücher (Werke) gestalten. Und der Kolibri als Vogel steht für die schillernde
Vielfalt in den Werken der Autoren. Das Logo mit der als Vogel gestalteten
Schreibfeder hat übrigens Dr. Rolf Kamradek entworfen und gezeichnet. Unsere
Arbeitsweise ist seit den Anfängen grundsätzlich gleich geblieben. Heute wird
nur intensiver an den Werken gearbeitet als in den Anfangszeiten; damals wurde
noch mehr nur zugehört und nicht so tief analysiert wie heute. Auch wurde in
den Anfangszeiten noch mehr über die geschäftliche Seite des Literaturbetriebs
gesprochen, weil die Mechanismen des Business in der Gruppe damals noch
nicht so bekannt waren wie jetzt.“ Seitdem präsentierten die
CoLibris sich auf zahlreichen Lesungen als Gruppe und in Einzelveranstaltungen,
u.a. in Schleswig, Husum, Busdorf, Eckernförde, Rendsburg und Flensburg.
Besonders hervor zu heben sind die viel beachteten Lesungen im Landesmuseum für
Volkskunde in Schleswig sowie die Veranstaltung zur 5-Jahres-Feier im
Kulturzentrum Schleswig, zu der über 110 Gäste aus ganz Deutschland angereist
waren. Seit dem Bestehen von CoLibri
wurden bis 2006 bereits mehr als fünfzig Lesungen – aus eigenen Werken –
vornehmlich in Schleswig-Holstein durchgeführt. Die Leseangebote reichen von
expressiver Lyrik über Satire und Humor, niederdeutschen Beiträgen,
Problemthemen und Krimiauszügen bis zu geselligen Weinabenden und
Limericklesungen unter Einbeziehung des Publikums. Der erste Vorsitzende von CoLibri, Manfred Augustin, ist bei den gemeinsamen Auftritten zumeist der „Mann mit der Gitarre“, der die Lesungen souverän moderiert und zwischen den einzelnen Texten mit klassischen und manchmal auch eigenen Kompositionen überleitet. Sein bisheriges künstlerisches Schaffen besteht im Wesentlichen aus weit über hundert deutschsprachigen Liedtexten, mehreren Dutzend Liedern sowie einigen kleineren Kompositionen, vorwiegend für Gitarre. Hinzu kommen Kurzgeschichten und die Mitarbeit an drei Theaterstücken. Der 2. Vorsitzende, der „zuagroaste Bayer und reigschmeckte Schwob“ Dr. Rolf Kamradek, beschreibt in seinen Geschichten die Menschen so, wie sie sind – komisch. 1960 erhielt er den Scheffelpreis. Er hielt Lesungen in verschiedenen Bundesländern, auch mehrfach im Rundfunk. Der 3. im Bunde, Hans Max Werner, ist bekannt für seine Tätigkeiten in Ost und West als Journalist, Gastwirt und Taxifahrer, vor allem aber als Rockmusiker, Songtexter, Komponist und Satiriker. Die Liste der TeilnehmerInnen ist mittlerweile lang und viele Mitglieder sind keine unbekannten Autoren mehr. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle nur Kathinka Wantula, die 2007 die Krimistadtschreiberin von Flensburg war. Die CoLibris sind inzwischen eine anerkannte Gemeinschaft, deren Arbeiten sich hören und lesen lassen können. Und sehen lassen, denn auch die Malerin Gudrun Thomas-Feuker und der künstlerische Fotograf Ingo Brenner gehören zu den Mitgliedern, beide erschaffen gelungene Kompositionen aus ihren Texten und Bildern. Zusätzlich zu
dem festen Treffen am Samstag splittet sich der Kreis der CoLibris in
Arbeitsgemeinschaften, um ein besseres Arbeiten zu ermöglichen: die
Krimi/Roman- AG und die Lyrik/ Kurzprosa/ Romanauszug- AG, die sich regelmäßig
im Domcafé zu gemeinsamen Terminen verabreden. Die Arbeitsweise in den AGs ist weit entfernt von den üblichen
Schreibzirkeln, in denen der Stil des Einzelnen oft massenkompatibel umgeformt
wird. Die gegenseitige Hilfe zollt den Inhalten Respekt, feilt aber an Aufbau
und Stil. Eine konstruktive Kritik bewahrt den Autor vor Pannen bei
öffentlichen Lesungen oder Vorstellungen bei Verlagen. Außerdem gibt es
inzwischen Vernetzungen mit anderen Autorengruppen aus Schleswig –
Holstein und gemeinsame
Veranstaltungen. Wer Interesse hat, mal bei den CoLibris reinzuschnuppern, der kann sich über die Homepage www. autorengruppe-colibri.de mit den Vorsitzenden der Gruppe in Verbindung setzen. So bin auch ich vor einigen Jahren zu den CoLibris gekommen. Sabine Marya
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